Fachwissen
01-2013 Quo vadis? Wohin geht es mit der Textilentwicklung Die diesjährigen Frühjahrstagungen der FWL waren die Bühne für ausgezeichnete Fachvorträge.  Referent Jan Beekmanns, Fa. Karl Dieckhoff GmbH & Co. KG nahm seine Zuhörer bei seinen Vortrag „ Allgemeine Entwicklung von Textilien im Gesundheitswesen“ mit auf die Reise. Herr Beekmans (Foto) bei Dieckhoff zuständig u. a. für  Qualitätskon-trollen, ist vor 15 Jahren mit textilem  Dienstleistern in Berührung gekommen. Mit seinem Vortrag gab  er dem Gremium einen Einblick über die Entwicklung von  Textilien in der Vergangenheit, warf einen Blick auf die aktuelle  Situation und schaut auch perspektivisch in die Zukunft. In der alten TB Norm von 1968, die zurzeit nicht mehr gültig ist,  sind fast nur Naturfaser beschrieben worden. Aktuell sind  natürliche Polymere, z. B. Tencelfasern dazugekommen.  Baumwolle wird weltweit auf einer Fläche, so groß wie  Deutschland angebaut. Sie braucht klimatische Bedingungen und  wächst somit nicht überall. Die Anbauflächen werden eher  kleiner. Am Beispiel des Aralsees der seine Fläche zwischen 1974  und 2004 dramatisch durch den enormen Wasserbedarf der  Baumwollhersteller verringert hat, werden die Auswirkungen deutlich sichtbar. Wenn zudem die  Marktpreise, die einem wirtschaftlichen Anbau sinnvoll machen, zu gering sind (wie z.B. in den USA),  wird auf andere Produkte ausgewichen (z.B. Mais). Parallel steigt in den Industrieländern wie China  oder Indien der Bedarf an Baumwollprodukten, bzw. ist noch gar nicht vorhanden aber absehbar.  Durch die zu erwartende, damit gekoppelte Preiserhöhung bei Baumwollrohstoffen, wird sich der  Markt stark verändern. Es gilt also alternativen zu suchen. Die aktuelle Norm ergibt die Möglichkeit verstärkt auf Fasermischungen auszuweichen. Es ist also  ratsam bei Bestellungen auch die genaue Mischung mit anzugeben (z.B. 50% Bw/50% PES). Eine  weitere Alternative ist die Möglichkeit Polyesterfasern oder Mikrofasern zu nutzen. „Perspektivisch geht der Trend aus unserer Sicht zur Tencelfasern“ so Beekmans. Sie ist die einzige  Faser, die sich als Alternative zur Baumwolle und wird sich durchsetzen.  Wie kann man die Tencelfasern beschreiben? Im Gegensatz zu Baumwolle wird die Tencelfaser aus dem Stamm des Eukalyptusbaums hergestellt.  Sie ist eine Zellulosefaser, die sehr schnell wächst. Auch werden keine Pestizide benötigt. Tausende  Einzelfasern werden zusammen gefügt. Da der Eukalyptusbaum ca. 20% weniger Wasser benötigt und  im Gegensatz zu der Baumwolle viel weniger Anbaufläche benötigt, ist hier auch der nicht  unerheblich ökologischen Vorteil zu betrachten.  Ein Blick in die Zukunft? Bei Silber hat man schon im Mittelalter vermutet, das es eine gewisse  Wirkung hat. Silberionen sollen antibakteriell wirken. Aktuelle Untersuchungen bestätigen dies aber  nicht. Ein weiterer Trend ist die Verarbeitung von Aloe Vera in Textilien – Pflegende Stoffe also?  Lassen wir uns überraschen und verpassen nicht den Zug, der gerade an uns vorbeifährt. Text und Foto: Gert Wohlgemuth Pressereferent FWL
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