Presseberichte
In Wissenschaft, Medien und Politik wird viel über das Thema Inklusion diskutiert. Inklusion bedeutet, dass alle Menschen selbst bestimmt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können - und zwar egal ob  mit oder ohne Behinderung, egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund und egal welcher  Religionszugehörigkeit. Ein gutes Beispiel für eine gelungene Inklusion ist der Textilservice  Wittekindshof in Bad Oeynhausen. Der Textilservice Wittekindshof ist nicht nur ein leistungsstarker Dienstleistungsbetrieb, sondern er  setzt sich auch in besonderer Weise dafür ein, dass Menschen mit und ohne Behinderung zusammen  arbeiten können: Die Aufträge werden von durchschnittlich 50 Frauen und Männer bearbeitet, die sich  ungefähr 30 Vollzeitstellen teilen.  Zum Team gehören auch acht ausgebildete Schneiderinnen, die Textilien fachgerecht reparieren und  ändern können. Eine der Besonderheiten vom Textilservice Wittekindshof ergibt sich aus dem Auftrag, auch die komplette Bewohnerwäsche der Diakonischen Stiftung zu bearbeiten. Das bedeutet einen  erheblichen personellen und zeitlichen Aufwand, der jedoch organisatorisch vorbildlich gemeistert  wird.   Auf dem ersten Blick wirkt es vielleicht ungewöhnlich und eher problematisch, Menschen mit ganz  unterschiedlichen Fähigkeiten und Leistungsvermögen in einem Team zu haben. Doch von dieser  Vielfalt profitiert auch das Unternehmen. Zu den Stärken vom Textilservice Wittekindshof gehört  beispielsweise das hohe Engagement seiner Mitarbeitenden und deren betriebliche Verbundenheit.  Dies wird unter anderem durch das partnerschaftliche Miteinander von Menschen mit und ohne  Behinderung verstärkt. „Wir sind keine Werkstatt für Menschen mit Behinderungen, sondern ein Textilservice, in dem  Menschen mit und ohne Behinderungen arbeiten“, sagt Textilservice-Leiter Frank Heyda. Gleichwohl  sei das Arbeiten hier auch eine besondere Herausforderung, denn es würde keiner aus dem Team  ausgegrenzt, sondern jeder wird im Rahmen seiner Möglichkeiten am Arbeitsprozess beteiligt.  „Manchmal muss man etwas mehr Zeit einplanen als in anderen Betrieben, zum Beispiel für ein  erläuterndes Gespräch oder den Austausch über das Erlebte“, erklärt der Textilreinigermeister.  Trotzdem würden sich gerade in dem Arbeitsbereich Textilservice die Fähigkeiten der Mitarbeitenden  ideal ergänzen. Heyda: „Bei uns arbeiten liebenswerte, ganz besondere Menschen mit und ohne  Handicap, die zufrieden wirken bei ihrer Arbeit.“  Zu den Auftragsarbeiten des Betriebes gehört die Pflege aller Heimtextilien - wie zum Beispiel  Bettwäsche, Dekostoffe und Gardinen - sowie die komplette Bewohnerwäsche des Wittekindshofes  vom Socken bis zum Sakko. Insgesamt sind das zurzeit knapp 1000 Tonnen Wäsche pro Jahr oder  durchschnittlich drei bis vier Tonnen pro Tag bei einer betriebsüblichen Fünf-Tage-Arbeitswoche. In den vergangenen 15 Jahren hat sich die vom Textilservice  Wittekindshof bearbeitete Wäschemenge nahezu verdoppelt.  „Die Hygienestandards sind höher als früher und haben somit  zu einer höheren Anzahl der zu reinigenden Teile geführt“,  erklärt Frank Heyda. Außerdem hat sich der Umfang der  Poolwäsche im Leasing erhöht, dazu gehören alle Textilien für  Betten, Badezimmer und Küche.  Die wachsenden Auftragsbücher führten zu einem  Platzmangel. Zwar konnte man sich schrittweise auf eine  Produktionsfläche von etwa 1200 Quadratmetern erweitern,  doch die Grenze des Möglichen innerhalb des jetzigen Standortes ist erreicht. „Wir müssen  mittelfristig die Produktionsfläche erweitern und denken zurzeit über einen zusätzlichen Standort  nach“, berichtet der Textilreinigermeister. Ungefähr 90 Prozent der Aufträge für den Textilservice kommen aus den Einrichtungen und Häusern  des Wittkindshofes, nur zehn Prozent sind Fremdaufträge. „Wir machen fast alles selbst“, erklärt  Textilreinigermeister Frank Heyda. Sein Handwerk hat er bei dem renommierten Ausbildungsbetrieb  „Ruhe Textilreinigung“ in Bielefeld gelernt. 1986 wechselte Frank Heyda beruflich in die Diakonische  Stiftung Wittekindshof nach Bad Oeynhausen. Hier übernahm er noch im selben Jahr die Leitung des  Textilservices. Zur heutigen betrieblichen Ausstattung gehört unter anderem  eine Waschstraße mit einer Leistung bis 500 Kilogramm pro  Stunde, kombiniert mit einer Zentrifuge zum Entwässern der  Wäsche. „Die Zentrifuge ist für unsere speziellen  betrieblichen Anforderungen mit der Bewohnerwäsche genau  das Richtige“, sagt Frank Heyda. Hinzu kommen zwei  Waschschleudermaschinen, eine Mangel und Faltmaschine  sowie mehrere Hemden- und Hosenfinisher. Neu ist seit  Januar 2015 ein modernes, ressourcensparendes Dosiersystem von BurnusHychem. Der Textilservice Wittekindshof ist strickt getrennt in einen  unreinen und reinen Arbeitsbereich. Ganztäglich werden  Textilien mit betriebseigenen Fahrzeugen aus einem Umkreis  von ungefähr 50 Kilometern an- und abtransportiert. Nach der  Anlieferung erhält die Bewohnerwäsche ein besonderes  Augenmerk. Zwar ist die Bewohnerwäsche grundsätzlich in  Wäschesäcken vorsortiert, die jedoch auch Fehlsortierungen  beinhalten können. Ein gut eingespieltes Team ordnet die  Textilien den jeweils richtigen Waschverfahren zu. Auch nach dem  Waschen bleibt das Bearbeiten vor allem der  Bewohnerwäsche personalintensiv. Die einzelnen  Bekleidungsteile müssen nicht nur gefinisht werden, sondern  auch sortiert und schrankfertig gelegt. Damit der  Arbeitsprozess schneller und einfacher ist, erhielt bislang  jedes einzelne Teil mittels eines Patches einen dem  jeweiligen Einzelteil zugeordneten computerlesbaren  Barcode. Dieses System wird in naher Zukunft umgestellt auf  Transponder. „Bei dem Bearbeiten der Bewohnerwäsche wird es auch  zukünftig bei sehr viel Handarbeit bleiben, jedoch werden  durch die Transponder die Arbeitsprozesse vereinfacht und  schneller“, sagt Frank Heyda. Zu den Aufgaben des  Textilservices gehören auch das bewohnerbezogene Sortieren, Verpacken und Ausliefern der Textilien. Hintergrundinfo bzw. Infobox: Diakonische Stiftung  Wittekindshof Der Wittekindshof wurde 1887 in Bad Oeynhausen gegründet.  Heute ist die Diakonische Stiftung Wittekindshof ein soziales Dienstleistungsunternehmen in 18  westfälischen Kommunen, in Oberhausen und Cuxhaven. Arbeitsschwerpunkt sind Dienste und  Einrichtungen für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung oder psychischer Erkrankung.  Hinzu kommen Angebote der Kinder- und Jugendhilfe, Medizin, Therapie und Pflege. Mehr als 3900  Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Behinderung nutzen die Angebote. In Ostwestfalen,  im Münsterland und Ruhrgebiet haben der Wittekindshof und seine Tochtergesellschaften etwa 3200  Mitarbeitende und zusätzlich 1400 Ausbildungs- und Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung und  Beeinträchtigungen.   www.wittekindshof.de 
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01-2015

Vom Socken bis zum Sakko