Presseberichte
„Wer gute Mitarbeiter hat und seine hauseigene Wäscherei vernünftig  ausstattet, der braucht keinen Vergleich mit externen Dienstleister zu  scheuen“, betont der FWL-Vorsitzende Hans-Ulrich Steinkopf. Der Verband  hatte in den Vergangenen Jahren mit sinkenden Mitgliederzahlen zu kämpfen.  Hans-Ulrich Steinkopf spricht Klartext und gibt einen Ausblick in die Zukunft  des Verbandes. Das Interview führte Alexander Kröger. Ist die Verbandsarbeit in den vergangenen Jahren einfacher oder schwieriger geworden? Sie ist schwieriger geworden aus dem einfachen Grunde: Wir machen nach wie vor alles  ehrenamtlich, aber es engagieren sich heute weniger Mitglieder als früher. Allerdings haben wir heute  auch deutlich weniger Mitgliedsbetriebe, beispielsweise wurden in den vergangenen Jahren viele  Krankenhauswäschereien geschlossen. In den 1970ern hatte der FWL noch knapp 500 Mitglieder, heute sind es weniger als 100. Warum gibt es heute weniger hauseigene Wäschereien? Das hat mehrere Gründe, teilweise betriebswirtschaftliche, teilweise unternehmenspolitische. Durch  Gesundheitsreformen und Kostendruck rückten die Finanzen immer stärker in den Fokus. Leider  haben es viele ehemalige Krankenhauswäschereien versäumt, rechtzeitig ihre Leistungen  betriebswirtschaftlich auszurichten und sie attraktiv darzustellen.    Wie hätten sich die Betriebe besser darstellen können? Hauseigene Wäschereien leisten oft viel mehr als nur Wäsche waschen, aber das ist bei manchen  Geschäftsführern, Aufsichtsräten und Unternehmensberatern nicht im Bewusstsein. Beispielsweise  liefern sie just-in-time bis vor Ort und können kurzfristig etliche Sonderwünsche erfüllen. Dazu  gehören Leistungen, die bei öffentlichen Ausschreibungen gar nicht genannt wurden, weil sie schon so  selbstverständlich waren, dass sie bei der Angebotsermittlung vergessen wurden. Aber nachdem die  Wäsche an einem externen Dienstleister vergeben war, mussten diese Sonderwünsche anschließend  neu beauftragt und teuer zusätzlich bezahlt werden.  Also können es externe nicht besser als eigene Kräfte? Zumindest wurde in der Vergangenheit viel zu leichtfertig auf externe Dienstleister gesetzt.  Zweifellos war die Fremdvergabe - und ist sie leider teilweise immer noch - eine Art  betriebswirtschaftliche Mode, die jedoch unterm Strich oftmals nicht die beste Alternative ist. Auch  wenn 2015 noch Krankenhauswäschereien geschlossen wurden, zum Teil ist inzwischen wieder ein  Umdenken zu erkennen.  Es wird kritisiert, dass die Lohnkosten eigener Mitarbeiter zu hoch seien. Stimmt das? Das Tarifgefüge ist ein ganz wichtiger Aspekt. Gewerbliche Wäschereien zahlen ihren Mitarbeitern bis  zu 20 Prozent weniger als beispielsweise manche Krankenhauswäscherei. Aber das alleine ist noch  nicht aussagekräftig. Es hat sich gezeigt, dass häufig die Mitarbeitenden in hauseigenen Betrieben  motivierter und leistungsfähiger sind. Außerdem ist das Qualitätsbewusstsein oft höher und es gibt  eine geringe Mitarbeiterfluktuation. Das sind alles wichtige Voraussetzungen für den Betriebserfolg.  Zusätzlich muss kontinuierlich und regelmäßig in den Maschinenpark investiert werden. Wer gute  Mitarbeiter hat und seine hauseigene Wäscherei vernünftig ausstattet, der braucht keinen Vergleich  mit externen Dienstleistern zu scheuen. Allerdings gab es in der Vergangenheit leider zu oft - gerade  bei Krankenhauswäschereien - einen gefährlichen Investitionsstau. Der führte dazu, dass externe  Dienstleister bessere Angebote machen konnten und somit etliche Betriebe geschlossen wurden.  Weniger Mitgliedsbetriebe als früher: Hat der FWL als Verband noch eine Daseinsberechtigung? Ja, auf jeden Fall! Die FWL hat den großen Vorteil, dass  unsere Mitglieder nicht im Wettbewerb miteinander  stehen. Das unterscheidet uns wesentlich von allen  anderen Textilreinigungsverbänden. Das bedeutet, dass  man sich sehr offen und partnerschaftlich austauschen  kann. Wir reden über Preise und Möglichkeiten, ohne dass  wir befürchten müssen, dass unser Wissen in die falschen  Hände gerät. Das ist sehr, sehr hilfreich. Wird die Zahl möglicher Mitgliedsbetriebe immer weniger? Es gibt weniger Krankenhauswäschereien, aber wir als FWL sind beispielsweise attraktiv auch für  Wäschereien in Senioreneinrichtungen und Justizvollzugsanstalten. Außerdem sind Einrichtungen für  Menschen mit Behinderten bei uns Mitglied. Zum Kernauftrag einer solchen Wäscherei gehört es auch,  die Menschen mit Behinderungen am beruflichen Alltag teilhaben zu lassen. Trotzdem kann auch in  diesen Betrieben das Finanzielle nicht vernachlässigt werden - und dabei hat der kollegiale  Informationsaustausch schon oft weiter geholfen. Es gibt also noch ein großes Potenzial an weiteren  Mitgliedsbetrieben für den FWL. Zusätzlich überlegen wir zurzeit, uns für kleinere, mittelständische  Betriebe zu öffnen, die regional tätig sind.  Warum sollte ein Betrieb Mitglied im FWL werden? Da gibt es mehrere Gründe, einen hatte ich bereits angesprochen: Der intensive, offene  Erfahrungsaustausch in wirklich allen betrieblichen Fragen. Da kann man auch kurzfristig jederzeit  zum Hörer greifen und bekommt erstklassige Hilfe. Das ist ein wesentlicher Vorteil. Ein weiterer ist  die geringe Höhe des Mitgliedsbeitrages. Da wir die Verbandsarbeit ehrenamtlich organisieren, liegt  der Beitrag bei nur 65 Euro im Jahr. Was sind die verbandlichen Höhepunkte 2016? Der Höhepunkt wird unsere Bundestagung vom 27. bis 29. Oktober in Aachen sein. Zusätzlich  organisieren wir zwei regionale, thematische Frühjahrstagungen, am 21.April in Göttingen, und am  28. April in Wiesloch (Baden-Württemberg). Darf an den Frühjahrstagungen jeder teilnehmen? Ja, wir schicken auch Einladungen an uns bekannte, interessierte Nichtmitglieder. Zusätzliche  Teilnehmer sind herzlich willkommen. Die Teilnahme an der Frühjahrstagung ist kostenlos. Auf der  Tagesordnung steht ein interessanter Betriebsbesuch bei einem Mitgliedsbetrieb oder einem  Fördermitglied. Außerdem gibt es zwei bis drei Referate mit aktuellen Fachthemen aus der täglichen  Arbeitspraxis. Vor welchen Herausforderungen stehen ihre Mitgliedsbetriebe? Das ist individuell unterschiedlich, aber ganz allgemein müssen viele den Ressourcenverbrauch weiter  verringern und die Pro-Kopf-Leistung zusätzlich steigern. Das Thema Energiekosten wird uns  beschäftigen, auch wenn die Preise zurzeit etwas gesunken sind. Aber das wird auf Dauer nicht so  bleiben. Deshalb sind alle gut beraten, ihre Verbrauche weiter zu minimieren. Dazu gehören auch ein  Ressourcencontrolling und eine verbrauchsgerechte Abrechnung von Verbrauchen und Leistungen im  Haus. So war es ja in der Vergangenheit oft so, das z.B. der Wasserverbrauch, den man nicht klar  zuordnen konnte, der Wäscherei zugeschrieben wurde. Weil Wäschereien ja immer viel Wasser  verbrauchen. Dann haben natürlich alle Bemühungen des Wäschereileiters seine Verbrauche zu  minimieren wenig Chance. Auch hauseigenen Betriebe müssen sich den Marktgegebenheiten stellen  und überlegen, wie sie ihre Pro-Kopf-Leistung steigern können, um die Personalkosten im Griff zu  behalten. Dazu gibt es die besten Impulse und Informationen für seinen Betrieb in der  partnerschaftlichen Verbandsarbeit.  Vielen Dank für das Interview!  Infobox: Der FWL Der „Fachverband für Wäscherei-, Textil- und Versorgungsmanagement e.V.“  (FWL) ist ein Fachverband, deren Mitglieder mit der Wäscheversorgung in  Werkstätten für Menschen  mit Behinderungen, Krankenhäusern,  Seniorenpflegeeinrichtungen, Justizvollzugsanstalten und  anderen  Einrichtungen beauftragt sind. Außerdem sind im FWL sogenannte  Fördermitglieder aus der Textil-,  Maschinen-, und Waschmittelindustrie. Seit  2008 ist Hans-Ulrich Steinkopf der Vorsitzende. Der 56-jährige  Industriekaufmann und Textilreinigermeister ist beruflich Betriebsleiter der  Wäscherei der Rotenburger Werke im niedersächsischen Rotenburg an der Wümme.
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01-2016

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