Presseberichte
Kein Allheilmittel, aber hat Vorteile Die FWL-Landesgruppe Mitte war im April mit ihrer Frühjahrstagung zu Gast bei „wfk - Cleaning  Technology Institute“ in Krefeld. Die Teilnehmer diskutierten über fortschrittliche Technologien der  Mangeltuchentwicklung und Anwendungsmöglichkeiten von Trockeneis-Reinigung in Wäschereien.  Auch die aktuellen Anforderungen beim Umgang sowie bei der Lagerung und Kennzeichnung von  Gefahrstoffen ermunterten zum Nachfragen und zum Meinungsaustausch über Praxisbeispiele. Mangeltücher Eine Wäscherei ohne gute Maschinen ist unvorstellbar - zumindest in Industrienationen wie  Deutschland. Deshalb gehört die regelmäßige Investition in neue Technologien zum Standard eines  erfolgreichen Unternehmens. Zur Basisausstattung einer Wäscherei zählt eine leistungsfähige Mangel.  Doch das bedeutet noch lange nicht, dass in jedem Betrieb das für die betriebsspezifischen  Anforderungen optimale Mangeltuch im Einsatz ist. Ein Mangeltuch kann Zeit und Arbeit sparen oder auch zeitraubend sein und hohe Kosten verursachen.  „Wer oft Probleme mit Mangeltuchverschleiß hat, der sollte vor Ort prüfen lassen, woran es liegt“,  empfahl Andre Roevensthal. Der Maschinenbauingenieur und Geschäftsführer der Andresen GmbH in  Bargteheide bei Hamburg informierte mit seinem Vortrag über fortschrittliche Technologien der  Mangeltuchentwicklung.   Eine gute Mangelbewicklung soll verhältnismäßig langlebig sein und vor allem ein vollflächiges  Auspressen der Wäsche - inklusive Verschlüsse, Stickereien und Säume - mit optimalem  Gesamtergebnis ermöglichen. Dazu müsse laut Andre Roevensthal die Federbewicklung eine möglichst  kleinteilige ebene Oberfläche besitzen, aus dauerfestem Qualitätsfederstahl und mit optimaler  Befestigungstechnik für das Decktextil ausgestattet sein. Auch das Decktextil muss hohen Anforderungen gerecht werden. Roevensthal empfiehlt eine  möglichst ebene Oberfläche mit hohem Reibwert. Außerdem solle es aus dauerelastischen Fasern sein  und ein auf Zug belastbares konstruiertes Grundgewebe mit geringer Dehnung besitzen. Zusätzlich  müsse es sehr gute und gleichbleibende Abluftleistung gewährleisten, abriebfest und  temperaturbeständig sein. Anhand exemplarischer Fotos aus der Wäschereipraxis erläuterte der Maschinenbauingenieur  mögliche Probleme mit Mangelwalzen und -tüchern durch Verschmutzungen und Staub. Außerdem  erläuterte er, wie man teilweise mit wenig Aufwand manche Probleme verhältnismäßig schnell  beseitigen kann und gab Tipps zur Reinigung von Tüchern. Trockeneis-Reinigung Die Eiskalt Sauber GmbH ist ein ISO 9001 zertifizierter Betrieb und hat sich auf die Reinigung mit  Trockeneis spezialisiert. Und das macht der Fachbetrieb nach Angaben von Vertriebsleiter Michael  Norden sehr erfolgreich auch vor Ort in Wäschereien und Reinigungsbetrieben. Trockeneis ist gefestigtes, gefrorenes Kohlendioxid mit einer Temperatur von minus 79 Grad Celsius.  „Es ist ungiftig, nicht brennbar, geschmacks- und geruchsneutral. Allerdings muss beispielsweise in  geschlossenen Tanks mit Atemschutzgeräten gearbeitet werden, weil der benötigte Sauerstoffgehalt  in geschlossenen Räumen für Menschen zu gering sein kann“, erklärte Michael Norden. Die Ressource wird aus der Luft gewonnen und ist somit durch deren Nutzung umweltneutral. Das zur  Reinigung und Belieferung benötigte Trockeneis wird von der Eiskalt Sauber GmbH zum  Auslieferungszeitpunkt hergestellt. Das Trockeneis gibt es in Pellet-, Nugget und Blockform. Anschaulich beschrieb er exemplarisch einen Arbeitsprozess. Demnach strahlt der Arbeiter mit  Trockeneis die zu reinigende Maschine ab. Das führt zu einer sogenannten Schockbefrostung beim  Schmutz. Norden: „Sobald das Trockeneis aufprallt, wird als Folge der Schmutz abgelöst ohne die  Unterfläche – wie zum Beispiel beim Sandstrahl – zu beschädigen. Wir haben mit dem Trockeneis eine  ganz große Bandbreite, mit der wir arbeiten können, allein mit der Druckluft können wir mit 2 bis 14  bar arbeiten.“ Seiner Aussage nach ließen sich somit bei fachgerechter Anwendung Schmutz,  verkrustete Trockner oder auch Lackschichten passgenau ablösen. Bei Trocknern kann die Trommel in eingebauten Zustand mit Trockeneisstrahl gereinigt werden. „Es  ist kein Allheilmittel, aber hat in bestimmten Bereichen Vorteile“, sagte Michael Norden. Seinen  Angaben nach gehört zu den Vorteilen vom Trockeneis, dass - verglichen mit einer Sandstrahl-  Reinigung - eine wesentlich geringere Menge kontaminiertes Material entsorgt werden müsse. Zwar  sei der Transportaufwand des Trockeneises höher als bei anderen Verfahren, so der Vertriebsleiter.  Aber dafür seien die Reinigungsmittelkosten, die Reinigungsdauer, der Nacharbeitsaufwand und die  Entsorgungskosten geringer. „Die Reinigung mit Trockeneis schont die Umwelt und das Material. Die Trockeneisreinigung  ermöglicht kurze Stillstandzeiten“, resümierte Michael Norden und bot während der Tagung an, auf  Anfrage eine kostenlose Probe dieser Reinigungsmethode vor Ort bei den Unternehmen  durchzuführen.  Aktuelles zu Gefahrstoffen Beim Thema Gefahrstoffe müssen Unternehmer und Mitarbeiter immer auf dem neuesten  Wissensstand sein. Diplom-Biologe Martin Schergung von der BurnusHyChem GmbH informierte über  den Umgang, die Lagerung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen unter Berücksichtigung aktueller  Anforderungen. Dazu gehört die Technische Regel für Gefahrstoffe 510 (TRGS 510) „Lagerung von  Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern“ in ihrer Fassung vom 22. Januar 2015. In seinem Vortrag verdeutlichte er anhand von Beispielen, dass nicht nur die Annahme der  Chemikalien, sondern alle Tätigkeiten mit Gefahrstoffen - wie auch die Lagerung - immer  ordnungsgemäß erfolgen muss. Dazu müssten alle beteiligten Mitarbeiter im Umgang mit diesen  Gemischen - zukünftig spricht man von Gemische statt von Stoffe/Zubereitungen - vertraut gemacht  worden sein. Schergung: „Unterweisungen sollen Schäden, insbesondere langfristige Folgeschäden für den  Menschen vermeiden. Insofern dienen sie dem Schutz des Beschäftigten und dem Schutz der Umwelt  sowie dem Schutz vor materiellen Schäden.“ Bereits kleine Mengen giftiger Stoffe müssen unter  Verschluss gelagert werden, zum Beispiel neuerdings auch Ameisensäure ab einer Konzentration von  78,5 Prozent. Ab 200 Kilogramm ist dies sogar in einem separaten Brandabschnitt unter Verschluss zu  erfolgen.  Außerdem wies der Diplom-Biologe darauf hin, dass Betriebsanweisungen und Gefahrenhinweise  (neue Piktogramme!) auf dem aktuellen Stand sein müssen. Im Unternehmen sollten keine  beschädigten Verpackungen lagern, zu beachten sei auch das Anlegen und Führen eines  Gefahrstoffverzeichnisses ab spätestens Juni 2015. Die maximale Verwendungsdauer von Kunststoffverpackungen beträgt fünf Jahre. Zur Aufnahme von  auslaufenden Gefahrstoffen und brennbaren Mittel sind saugfähige Universalbindemittel geeignet. Mit  Gefahrstoffen verunreinigte Kleidung muss sofort gereinigt werden. „Als Arbeitgeber hat man bestimmte Pflichten im Umgang mit Gefahrstoffen“, resümierte Martin  Schergung. Ausdrücklich empfahl er den Tagungsteilnehmern regelmäßige Fortbildungen auch von  deren Mitarbeitern: „Sie sollten die Seminare bei der Berufsgenossenschaften nutzen, denn Sie haben  die mit Ihren Beiträgen bereits bezahlt.“   wfk - Cleaning Technology Institute Bei der Auswahl des Tagungsortes haben die Organisatoren eine glückliche Hand bewiesen. FWL-  Landesgruppenvorsitzender Ralph Morlampen hatte zum wfk nach Krefeld eingeladen. Dessen  Mikrobiologe Dr. Manuel Heintz vermittelte bei einer Betriebsführung einen guten Einblick in das  namhafte Institut. Im Jahre 1949 wurde „wfk - Cleaning Technology Institute e.V.“ gegründet. Heute forscht das Institut  auf dem Gebiet der Reinigung, Wiederaufbereitung und Hygiene. Zu den Forschungsgegenständen  gehören beispielsweise medizinische Instrumente und Implantate, Industrieanlagen, industrielle Teile  und Reinräume sowie Persönliche Schutzausrüstungen (PSA), Medizintextilien und Reinraumtextilien. Nachgefragt werden in der Wäscherei- und Reinigungsbranche auch die wfk-Dienstleistungen bei  anwendungstechnischen Prüfungen und Analysen. Dazu gehören Wasch-, Reinigungs- und  Desinfektionsmittel sowie Verfahrens- und Geräteuntersuchungen, wie auch Desinfektions- und  Hygienekontrollen. Außerdem werden Testmaterialien zur Prüfung von Reinigungs- und  Desinfektionsverfahren hergestellt und vertrieben. Weitere Arbeitsgebiete sind die nationale und  internationale Normung sowie die Aus- und Weiterbildung. Die zurzeit etwa 80 Mitarbeiter nutzen für ihre Arbeit eine umbaute Raumfläche von mehr als 3.600  Quadratmeter. Dazu gehört ein 800 Quadratmeter großes Technikum. Dort werden  Reinigungsverfahren unter industriellen Praxisbedingungen erprobt und getestet. Außerdem gibt es  physikalisch-chemische Laboratorien, ein Mikrobiologie-Labor sowie spezielle Reinräume für  bestimmte reinigungstechnische Untersuchungen.
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02-2015