Presseberichte
Gerhard Gruner ist wissbegierig, arbeitsam und ein  leidenschaftlicher Kämpfer für seine Ideen. Mehr als  zehn Jahre engagierte sich der Berliner  ehrenamtlich im FWL- Bundesvorstand. Fast doppelt  so lang war er - beeindruckend erfolgreich -  Geschäftsführer der Krankenhauswäscherei Königin  Elisabeth Herzberge GmbH. Seit Ende März ist er im  Ruhestand - zumindest offiziell.   Wer den 65-Jährigen persönlich kennt, weiß, dass er  erst abtritt, wenn alles Wichtige erledigt ist. Und  dieser Zeitpunkt ist seiner Meinung nach nicht da,  denn noch steht der lang geplante Standortwechsel  der Krankenhauswäscherei bevor. Bis zum Umzug wird er dem Unternehmen beratend zur Seite  stehen. Es gibt wahrscheinlich nicht viele Geschäftsführer, die eine so umfassende praktische und  theoretische Qualifikation besitzen wie Gerhard Gruner. Als junger Mann lernte er zunächst den  Ausbildungsberuf Schlosser, dann studierte er Maschinenbau und arbeitete als Diplom-Ingenieur für  technische Gebäudeausrüstung in der VEB Bergmann-Borsig, dem größten Hersteller von  Kraftwerkskomponenten in der DDR.   Als Mitte der 1980er Jahre eine Wäscherei Betriebsferien machte und sich daraufhin bei Bergmann-  Borsig die verschmutzten „Blaumänner“ stapelten, bekam er als Gruppenleiter der Inneren  Verwaltung den Auftrag, das Problem zu lösen. Kurzfristig organisierte er das Waschen in einem  anderen Betrieb und wechselte dann beruflich in dessen ingenieurtechnischen Stab, der  verantwortlich war für alle Krankenhauswäschereien in Ostberlin. „Wir konzipierten, was wir  brauchten und bauten es“, erinnert er sich.   Nach der „Wende“ 1989/1990 begann Gerhard Gruner ein Fernstudium, das er mit dem  betriebswirtschaftlichen Diplom abschloss: „Ich lernte die Ökonomie des Kapitals, die des  Sozialismus´ war mir ja schon zur Genüge bekannt.“ Im Juli 1990 wurde in der DDR die D-Mark  offiziell als Währung eingeführt. Was für die einen eine Freude war, war für ihn und seine Kollegen  der Auflösungstermin des Stabes und damit auch der Entlassungstermin. „Die Wende war anstrengend  und ungewiss“, sagt er rückblickend. Entmutigen ließe er sich davon nicht.  Gerhard Gruner gelang noch vor der Entlassung der Arbeitsplatzwechsel. Er begann als  BetriebsteilLeiter in einer Kombinatswäscherei, für die er zuvor die Verantwortung als technischer  Stab innehatte. Diese Wäscherei reinigte damals die Textilien des heutigen Evangelischen  Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge in Berlin-Lichtenberg. Doch mit dem Arbeitsplatzwechsel  waren die Zukunftssorgen nicht getilgt. Die Wäscherei stand ebenfalls vor einem Scheideweg. Nach der Wende entsprach die Technik nicht  mehr den Anforderungen der Zeit. Noch schlimmer war der gnadenlos einsetzende Konkurrenzkampf.  Viele Wäschereien, gerade in den neuen Bundesländern, konnten dem nichts entgegensetzen.   Statt die Wäscherei abzuwickeln, wagte eine mutige  Krankenhausleitung den Rettungsversuch. Für eine  symbolische Mark wurde die vor Jahren formell  ausgegliederte Krankenhauswäscherei zunächst wieder  in das Gefüge des Krankenhauses eingegliedert und dann  zu einer hundertprozentigen Tochter auf Basis einer  Kapitalgesellschaft (GmbH) umgewandelt.   Gerhard Gruner hatte die ökonomische Fortbildung, die  unter anderem zur Betriebsführung berechtigte und  konnte somit als Geschäftsführer die Wäscherei  fortführen. Wie sich zeigte, war er der richtige Mann zur  richtigen Zeit. Dank seiner technischen Berufserfahrung  und betriebswirtschaftlichen Ideen holte der Betrieb peu  á peu den Wettbewerbsnachteil auf.  Die Krankenhauswäscherei- GmbH startete 1993 mit 16  Mitarbeitern und einem alten Maschinenpark. Von Monat  zu Monat wurde es besser. „Wir konnten erstes  Eigenkapital bilden und neue Maschinen auf Kreditbasis  kaufen. Die Rentabilität verbesserte sich von Jahr zu  Jahr. Damit haben wir bisher alle Teuerungsraten  aufgefangen und unseren Kunden einen gleichbleibenden  Bearbeitungspreis bieten können“, berichtet Gruner, der  1996 auch noch seine Meisterprüfung im  Textilreinigerhandwerk nachholte.  Aus den 16 Mitarbeitern sind inzwischen 79 geworden, von den anfangs täglich 2,5 Tonnen Wäsche  heute 9 Tonnen. Gruner: „Inzwischen haben wir unseren Leistungsumfang auf OP-Wäschesets und auf  das Waschen und chemisch Reinigen von Oberbekleidung ausgedehnt. Die Bettenzentrale des  Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge wird seit dem Jahr 2000 durch unsere Mitarbeiter  geführt.“ Das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH), das seinen Ursprung im 19.  Jahrhundert hat, ist ein modernes Krankenhaus in der vollstationären und teilstationären Versorgung.  Es verfügt über 748 Krankenhausbetten und -plätze in dreizehn Fachabteilungen. Es gibt unter  anderem eine Notfallversorgung, Chirurgie und Innere Medizin sowie eine Neurologie,  Schlaganfallversorgung und umfangreiche Psychiatrie-Spezialabteilungen. Beim KEH arbeiten  insgesamt mehr als 1000 Frauen und Männer. Die Krankenhauswäscherei ist profitabel. Nach Aussage von Gerhard Gruner ist das selbstständige  Wirtschaften als eigenständige Gesellschaft eine der ganz wichtigen Garanten für den Erfolg. Ob beim  Organisieren der Arbeit, beim Planen der Investitionen oder der Mitarbeiterführung: Als  Wäscherei-Geschäftsführer genoss er Freiheiten, mit denen er verantwortlich umging und somit  seinen Gesellschafter - das gemeinnützige Krankenhaus in evangelischer Trägerschaft - zufrieden  stellte.  Ein weiterer Grund für die erfolgreiche Wäschereientwicklung war nach Aussage von Gerhard Gruner  die Mitgliedschaft im Fachverband für Wäscherei, Textil- und Versorgungsmanagement (FWL). 1992  trat er dem FWL bei. „Es gab immer einen regen Informationsaustausch unter den Mitgliedern und bei den Tagungen sehr gute Vorträge unter anderem zur  Betriebsführung. Es herrschte untereinander  eine sehr große Offenheit, weil wir keine Konkurrenten waren. Zum Beispiel hat mir in meiner  Anfangszeit der Krankenhaus-Wäschereileiter und späterer Geschäftsführer Ulrich Morlampen aus  Rheinland-Pfalz mit vielen Informationen und Tipps außerordentlich weitergeholfen“, berichtet er  dankbar. Im Jahr 2000 wählte ihn die Bundesversammlung zum dritten Vorsitzenden und Internetbeauftragten.  Vorsitzender war damals Karl-Heinz Lehmann. „Wir haben den FWL zum Aufblühen gebracht, wir  waren präsent, wir haben uns gegen den Mitgliederschwund gestemmt“, erzählt Gruner und ergänzt  wehmütig, „aber leider nur mit eingeschränkten Erfolg. Die traditionellen Krankenhauswäschereien  waren staatlich nicht mehr gewollt und wurden nicht mehr gefördert. In den 1990er Jahren kam für  viele der Todesstoß und somit verloren wir viele, viele Mitglieder.“ Immer wieder gerne erinnert sich der jetzt aktive Ruheständler an die Verbandstagungen. „Ich kann  in diesem Jahr mein 25-jähriges Verbandsjubiläum feiern. An 25 verschiedenen Orten haben wir  getagt, wir haben in Deutschland viele schöne Städte und Regionen gesehen“, sagt er und lobt  ausdrücklich auch die vom FWL mitorganisierten partnerschaftlichen Treffen mit französischen  Kollegen.  Gerhard Gruner kann auch anders. Ungeduldig wird er, wenn etwas seiner Meinung nach nicht so gut  funktioniert, wie es eigentlich funktionieren könnte. Beispielsweise gehören langsame, scheinbar  endlose Entscheidungsprozesse oder bürokratische Hindernisse dazu. Langsamer als erhofft,  entwickelt sich der geplante Neubau der Krankenhauswäscherei am neuen Standort im  brandenburgischen Lobetal bei Berlin. Wobei es nicht der Neubau ist, den er kritisiert, sondern die  komplexen und langwierigen Planungs-, Genehmigungs- und Bauverfahren. „Ich wollte das eigentlich  alles noch in meiner regulären Arbeitszeit fertig bekommen“, sagt Gruner. Zweifellos wird es ihm in seinem Ruhestand nicht langweilig. Ergänzend zur Beratertätigkeit  liebäugelt er mit Urlaubsreisen. Mit seiner Frau und dem Wohnmobil will er unter anderem zum  Nordkap. Außerdem spielt er mit den Gedanken, ein Buch mit lyrischen und prosaischen Erzählungen  zu schreiben. Fest eingeplant hat der 65-Jährige die weitere Mitgliedschaft im FWL. Gruner: „Bei der  ´Rentner- FWL´ mache ich seit zwei Jahren Schnupperkurse, ab diesem Jahr bin ich Vollmitglied.“ 
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02-2017

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