Presseberichte
Insgesamt 40 Teilnehmer waren Ende April bei der Frühjahrstagung der FWL-  Landesgruppe Süd. Deren Vorsitzender Stefan Spatz und Beisitzer Günter Maier  führten durch eine fachlich anregende Veranstaltung mit Vorträgen,  Diskussionen und Wäschereibesichtigung. Außerdem gab es für die Teilnehmer  gute Gelegenheiten, miteinander ins Gespräch zu kommen, neue Kontakte zu  knüpfen und bestehende zu pflegen.  Höhere Produktivität durch Automatisierung  Michael Fliegner von der JENSEN GmbH aus Harsum erklärte in  seinem Vortrag, wie Abläufe in der Wäscherei verbessert  werden können. Dabei legte er den Schwerpunkt auf Beispiele  aus der Automatisierung, Prozessoptimierung und Logistik. Es  gebe viele Bereiche, in denen Wäschereien ihre  Betriebskosten senken können, sagte er. Jedoch sei die  Automatisierung eine der Voraussetzungen zum Minimieren  der Durchsatzzeit, zum Reduzieren des Verbrauchs an  Hilfsmitteln und zum Vermeiden der Beschädigung von  Textilien. „Automatisierung ist der Schlüssel zur  Produktivität“, betonte er.   Exemplarisch am „JENSEN Cockpit“ beschrieb Michael Fliegner, wie der gesamte Wäschereiprozess  überwacht werden könne. Daraus würden sich seiner Aussage nach wichtige Vorteile im Wettbewerb  ergeben: Kosteneinsparungen durch Prozessoptimierungen, hohe Kundenorientierung mit dem  einzigartigen Postenverfolgungssystem sowie niedrige Medienverbräuche und höhere Produktivität  dank aktueller Prozesskennzahlen.   Das „JENSEN Cockpit“ erfasst nach Herstellerangaben sämtliche messbaren Daten aus der Anlage und  unterstützt die Kommunikation zwischen dem Terminierungsbereich der Wäscherei und den  Produktionsstationen per PC. Dabei werden zwei Arten von Informationen erfasst: zunächst alle  tatsächlichen Echtzeitdaten über den Status der Maschinen, die Anwesenheit der Maschinenbediener  in den einzelnen Arbeitsbereichen sowie die Art der verarbeiteten Form- oder Wäscheteile. Außerdem  werden alle gespeicherten Daten wie die Gesamtproduktionszeit sowie der Durchsatz pro Maschine,  Wäscheposten oder sogar Bediener protokolliert. Das Sahnehäubchen sei die Statistik über den  Wasser-, Gas-, Dampf- und Stromverbrauch. Fliegner: „JENSEN Cockpit ist der neueste Ansatz zur  zentralen Produktionsüberwachung – ein Quantensprung in der Automatisierung von Wäschereien.“ Als Beispiel aus Wäschelogistik und Transport nannte er „JENSEN VacuTrans“. Das Vakuum-  Transportsystem sei ein weiterer Meilenstein in der Automatisierung. Damit könne trockene und  feuchte Wäsche befördert werden und beschleunige somit den Produktionsfluss zwischen den  Maschinen. Fliegner: „So werden Produktivität erhöht und Raumfläche optimal genutzt.“  Sanfte, aber hocheffiziente Wäsche Barbara Harth von der Christeyns GmbH in Offenburg stellte ein  Bleich- und Desinfektionsverfahren im Temperaturbereich  zwischen 40 bis 60 Grad Celsius vor. „Cool Chemistry erlaubt  es, bei niedrigeren Temperaturen zu waschen und dabei schon  ab 40 Grad hervorragende Waschqualität, Bleich- und  Desinfektionsergebnisse zu erzielen“, erklärte die diplomierte  Textilchemie-Ingenieurin. Die „Cool Chemistry“-Entwicklung von Christeyns ist nach  Unternehmensangaben ein ganzheitliches Waschkonzept, dass  Einfluss auf fast alle Kosten der Wäscherei hat. Es eigne sich  beispielsweise für die sanfte, aber hocheffiziente Aufbereitung von Hotel- und Krankenhauswäsche.  Grundlage für beide Anwendungsbereiche ist das Waschmittel „Cool Care“, das innovative Tenside  und ein Enzymcocktail, der ab 40 Grad aktiv ist, kombiniert. Je nach Anwendungsbereich wird es  durch ein Desinfektionsmittel oder eine Bleiche ergänzt.  Für die Hotelwäsche käme die Bleiche „Cool Brite“ zum Einsatz. Sie habe laut Barbara Harth eine  ausgezeichnete Bleichwirkung ab 40 Grad, sei geruchlos und besitze exzellente  Hygieneeigenschaften. Daraus resultieren als Qualitätsvorteile spektakulärer Weißgrad,  hervorragende Fleckentfernung und längere Textillebenszeit. Gleichzeitig ermögliche diese  Kombination optimierte Abläufe unter anderem aufgrund des pH-neutralen Prozesses, der niedrigeren  Temperaturen und des niedrigeren Chemischen Sauerstoffbedarfes (CSB-Wert). Im Gesundheitswesen ergänzt das Desinfektionsmittel „Cool Asepsis“ das Waschmittel. Das Produkt  habe ausgezeichnete Bleich- und Desinfektionswirkung ab 40 Grad, sei ebenfalls geruchlos und erfülle  die Normen EN 1276, EN 1650 und EN 13704. Als spezielle Qualitätsvorteile nennt der Hersteller die  exzellenten Desinfektionsergebnisse für Krankenhauswäsche (RAL 992/2) sowie für Bewohnerwäsche  aus Pflegeeinrichtungen (RAL 992/4), eine längere Textillebensdauer und das Vermeiden von  Rekontamination der Textilien. Kleine Fehler, große Probleme Dass bereits kleine technische Produkte sehr große  Auswirkungen auf eine Wäscherei haben können, verdeutlichte  Michael Stamm von der Spirax Sarco GmbH. Mit nahezu 100  Jahren Erfahrung in der Dampf- und Kondensattechnologie ist  das Unternehmen mit Sitz in Konstanz nach eigenen Angaben  Marktführer als Anbieter von Kondensatableitern höchster  Qualität. Deren Grundlagen, Funktionsweisen, Wartung und  Fehlerkennung erklärte Michael Stamm detailliert, aber  zugleich auch anschaulich.  Die Aufgabe eines Kondensatableiters ist die Ableitung von Kondensat, während gleichzeitig  Frischdampf im System zurückgehalten wird. Doch diese prinzipiell einfache Idee – für die es  ausgereifte technische Produkte gibt – birgt in der betrieblichen Praxis ein hohes Fehlerpotenzial.  Denn die Wahl eines für eine Anwendung ungeeigneten Kondensatableiters oder das Nichtbeachten  der Lastschwankungen zwischen Anfahrvorgang und Betrieb, würden sich nach Aussage von Michael  Stamm erheblich auf die Prozesseffizienz und Energiekosten auswirken und die Sicherheit einer  Anlage beeinträchtigen.   „Es gibt keinen universell anwendbaren Kondensatableiter“, betonte der Diplom-Ingenieur für  Verfahrenstechnik, denn jede Dampfanwendung habe ihre eigenen Anforderungen. Beispielsweise  müsse Kondensat unverzüglich aus einer Anlage entfernt werden, wenn jederzeit ein optimaler  Wärmeübergang angestrebt wird. Nicht abgeführtes Kondensat in einem Wärmeübertrager reduziere  die Prozesseffizienz sowie die maximale Leistung und könne dessen Lebensdauer verringern. Jedoch  sei es bei anderen Anwendungen erforderlich, Kondensat zurückzustauen, um die darin enthaltene  Wärme in gewissem Umfang zu nutzen und damit Dampf zu sparen. „Kondensatableiter sind wichtige Komponenten im Dampf- und Kondensatkreislauf“, sagte  resümierend Michael Stamm. Da es ein großes Spektrum an Kondensatableiter gibt, beschrieb er  beispielhaft Funktionsweisen und Typen unterschiedlicher Produkte. Gleichzeitig wies er auf mögliche  Fehlerquellen bei der Produktauswahl, bei der Montage und Wartung hin. Nachdrücklich empfahl er,  den jeweiligen spezifischen Bedarf fürs Unternehmen zu ermitteln. Außerdem riet er zum Einbau von  hochwertigen, zuverlässigen Produkte sowie deren regelmäßige Wartung durch Fachleute.  Wäscherei-HighTech in Wiesloch  Die FWL-Landesgruppe Süd tagte im baden-württembergischen  Wiesloch. Gastgeber war die Servicegesellschaft Nordbaden  (SGN), die ein Tochterunternehmen des Psychiatrischen  Zentrums Nordbaden ist. Die Servicegesellschaft ist für die  Speise- und Wäscheversorgung der Patienten, Bewohner,  Mitarbeiter und Gäste verantwortlich, berichtete die  stellvertretende SGN-Geschäftsführerin Petra Stang. Insgesamt sind beim Psychiatrischen Zentrum Nordbaden etwa  1600 Menschen angestellt. Es ist eine hochmoderne  Facheinrichtung für die psychiatrische-psychotherapeutische  und psychosomatische Behandlung und Betreuung psychisch kranker Menschen. Die speziellen  Kliniken, Wohn- und Pflegeheime sowie ambulante Einrichtungen sind an mehreren Standorten in  Nordbaden.  Zu einer optimalen hauswirtschaftlichen Versorgung - ob im Krankenhaus oder im Heim - gehört eine  zuverlässige Ausstattung mit sauberen und funktionalen Textilien. Dazu betreibt die SGN am Standort  Wiesloch eine Großwäscherei, in der zurzeit 25 Beschäftigte pro Arbeitstag durchschnittlich 3,5  Tonnen Wäsche bearbeiten. „Wir legen besonderen Wert darauf, dass die Bedürfnisse unserer Kunden zuverlässig und mit hoher  Qualität erfüllt werden“, sagte Wäschereileiterin Martina Hoffmann bei einer Betriebsbesichtigung  für die Tagungsteilnehmer. Auch externe Kunden profitieren davon. Denn die SGN bietet für  gewerbliche und soziale Unternehmen – dazu gehören vor allem Kliniken, Heime, Werkstätten –  unterschiedliche Leistung an, und zwar von der Beratung bis zur Übernahme der kompletten  Wäscheversorgung. Das Wäschereigebäude wurde 2009 umfassend renoviert und energetisch modernisiert. In dem  großen, weiträumigen Betrieb fallen dem Besucher sofort die ordentliche Struktur und die  lichtdurchfluteten Räume auf. Betriebstechnisch kommen bei die SGN vor allem Produkte von  Kannegießer zum Einsatz, unter anderem eine Waschstraße und Mangelstraße. Doch zum erfolgreichen Wirtschaften reicht nicht alleine ein gutes Gebäude und gute Technik.  Martina Hoffmann legt auch Wert auf ein gutes Betriebsklima in der Belegschaft, selbst wenn die  Auftragslage mal stressig ist. „Die ziehen alle mit, da gibt’s kein wenn und aber. Ich habe ein gutes  Team, darauf kann ich mich verlassen“, sagt die Wäschereileiterin.
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03-2016

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