Presseberichte
Der saarländische VIB Textilservice Ensdorf bearbeitet  von montags bis freitags bis zu sieben Tonnen Wäsche  täglich. FWL-Mitglied Heinz Kremer organisiert die  Arbeit für ein Team von 73 Menschen mit und ohne  Behinderungen.   Gewaschen werden vor allem Formteile, Berufskleidung  und Flachwäsche unter anderem für Krankenhäuser,  Hotels und Senioreneinrichtungen. Außerdem gibt es ein vereinheitlichtes Wäschereimanagement für mehrere  Altenheime, die mit Leasing-Poolware beliefert werden.  Rund 100 Kunden nutzen die Leistungen des Betriebes. Der VIB Textilservice Ensdorf ist eine voll eingerichtete Wäscherei und nach eigenen Angaben auf dem neusten Stand der Technik – zumindest an den Stellen, an denen Technik eingesetzt werden soll. „Es  ist eine Gratwanderung. Wir verzichten in manchen Arbeitsbereichen auf eine Automation, um mehr  Menschen beschäftigen zu können. Gleichzeitig ist eine gewisse Automation notwendig, um  wirtschaftlich arbeiten zu können“, erklärt Textilreinigermeister und Wäschereileiter Heinz Kremer.   Als anerkannte Werkstatt für Menschen mit Behinderung darf  der Betrieb seinen Kunden als finanziellen Anreiz für eine  Auftragsvergabe den ermäßigten Umsatzsteuersatz von sieben  Prozent berechnen. Außerdem können Kunden durch Aufträge  an diese Wäscherei ihre Schwerbehinderten-Ausgleichsabgabe  gemäß § 77 SGB IX reduzieren, weil sie teilweise den  Rechnungsbetrag auf ihre Pflichtabgaben anrechnen dürfen.  „Doch nur über die Ausgleichsabgabe behalten wir keinen  Kunden“, sagt Kremer und betont: „Auch wir müssen die  notwendige Qualität und Leistung bringen, um am Markt  bestehen zu können.“  Technisch im Einsatz sind unter anderem eine 13-Kammer-Waschtraße von Kannegiesser, ein  Tunnelfinisher für 400 Teile pro Stunde mit zwei Aufgabestationen und Faltroboter, ein Einroller und  eine 2-Rollenmangel mit Eingabemaschine und Faltband, ein Pressenkabinett und Bügelstationen.   Von den zurzeit 73 Beschäftigten sind 50 mit Behinderung.  Kremer: „Inklusion wird bei uns gelebt. Menschen mit und  ohne Behinderung arbeiten Hand in Hand zusammen.“ Die  Spannbreite innerhalb der Belegschaft ist groß. Unter  anderem gibt es hier Frauen und Männer mit mehrfacher  Behinderung, wie auch Frauen und Männer, die perspektivisch  auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeiten könnten. Außerdem gibt es Mitarbeitende, die beispielsweise sehr leistungsfähig sind,  aber psychisch nicht belastbar, wie auch solche, die zwar hoch  motiviert sind, aber aufgrund ihrer Behinderung nicht in  komplizierte Arbeitsprozesse eingebunden werden können.   „Wir haben hier ganz viele verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und  individuellen Stärken. Es ist eine betriebliche Herausforderung, alle dort einzusetzen, wo sie arbeiten  wollen und auch etwas leisten können“, erklärt Kremer und ergänzt: „Der VIB Textilservice hat einen  dualen Auftrag zu erfüllen: Neben der Produktion ist sozusagen auch jeder einzelne  Werkstattbeschäftigte unser Kunde.“ Das bestätigt Herbert Dillmann, VIB-Öffentlichkeitsreferent und  Fachkraft für betriebliche Integration: „Uns ist es wichtig, einen Werkstattmitarbeitenden den  Einstieg in ein ganz normales, hauptberufliches Arbeitsverhältnis zu ermöglichen, wenn sich eine  Möglichkeit mit passenden Rahmenbedingungen außerhalb der Werkstätten ergibt.“ Prinzipiell ist in Ensdorf die Produktion fast die gleiche wie in  einer gewerblichen Wäscherei. Nur wurde an manchen Stellen  bewusst auf Maschinen verzichtet und an anderen Stellen  mehr notwendige Technik installiert, um mehr Menschen mit  Behinderung die Teilhabe an der Arbeit zu ermöglichen. Dass  die Produktionsprozesse nicht in allen Einzelheiten gleich die  in einer gewerblichen Wäscherei seien, habe Vorteile, meint  Heinz Kremer. Die Produktion sei zwar nicht genauso schnell  und flexibel wie in einem voll automatisierten Betrieb, dafür  sei durch das Mehr an Handarbeit oftmals eine höhere  Produktionsqualität möglich.  Kremer: „Wir schaffen es mit händischer Arbeit, die gewünschte Qualität und Kundenzufriedenheit zu  erreichen. Ich habe den Eindruck, dass zunehmend mehr Kunden das auch wertschätzen, denn Service  und Qualität haben ihren Preis.“ Nicht ganz so flexibel und schnell kann der Betrieb auf kurzfristige  Sonderaufträge reagieren, weil die 50 Werkstattmitarbeiter nur bedingt am Wochenende arbeiten  oder Überstunden machen können.   Denn viele Mitarbeitende sind auf den - zu diesen Zeiten  geringer getakteten - öffentlichen Nahverkehr angewiesen oder  benötigen spezielle Personen-Fahrdienste zwischen Wohnung  und Betriebsstätte; grundsätzlich sollen in allen Schichten  immer Menschen mit und ohne Behinderung  zusammenarbeiten. Doch selbst Sonderaufträge hätten bislang  nicht zu großen Problemen geführt, sondern eine  einvernehmliche Lösung zwischen Kundenwunsch und  Wäscherei wäre immer möglich gewesen, heißt es in Ensdorf. Im organisatorischen Berufsalltag gibt es immer mal  wieder den Bedarf, sich auch über Landesgrenzen hinaus  fachlich auszutauschen. „Der FWL ist für uns sehr  interessant, denn wir erhalten durch den Verband für uns  gute und nützliche Informationen“, sagt Wäschereileiter  Heinz Kremer. „Im FWL profitieren wir davon, dass die  Betriebe untereinander nicht im Wettbewerb stehen, denn  im Verband sind vor allem Mitglieder aus  Wäschereibetrieben von Kliniken, Behindertenwerkstätten  und Justizvollzugsanstalten. Und in vielen  Betriebswäschereien gibt’s die gleichen oder recht  ähnliche Fragestellungen, Probleme und  Informationsbedarfe.“ Infobox: VIB im Saarland Der VIB (Verbund für Inklusion und Bildung) ist ein Dienstleistungsbereich der AWO Saarland. Der  Verbund stellt Menschen mit Behinderungen spezielle Förder-, Betreuungs-, Wohn- und  Arbeitsangebote zur Verfügung. Ziel ist es, ihnen ein möglichst selbstbestimmtes und selbstständiges  Leben sowie gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen. Es gibt mehrere VIB-Betriebe, darunter der  VIB Textilservice Ensdorf. Die Wäscherei arbeitet nach einem hohen Standard. Beispielsweise werden  nur vom Robert-Koch-Institut (RKI) gelistete chemo-thermische Desinfektionswaschverfahren inklusive Temperatur und PH-Überwachung nach den RKI-Vorgaben angewandt. Außerdem erfüllt der  Textilservice die Hygienezeugnisse RAL-GZ 992/1 für Haushalts- und Objektwäsche, RAL-GZ 992/2 für Krankenhauswäsche und Gesundheitswesen sowie RAL-GZ 992/3 für Wäsche aus  Lebensmittelbetrieben. Zusätzlich ist der Betrieb Tandem-Zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2000 und  den erweiterten AWO-Qualitätskriterien. www.awo-saarland.de
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04-2016

Dualer Auftrag für die Wäscherei