Presseberichte
Das Universitätsklinikum Aachen ist vor zwei Jahren dem Fachverband für Wäscherei, Textil-  Versorgungsmanagement (FWL) beigetreten. Der Wäschereileiter der Uniklinik RWTH Aachen hat  einen Berufsalltag, der nie langweilig wird. Mal ist er gefragt als Fachmann, dann als  Organisationstalent und oft als letzte Rettung, damit Störungen bei Maschinen gar nicht erst zum  längeren Stillstand führen.  Das Telefon von Karsten Schulte klingelt. Wie so oft, denn in der  Klinikwäscherei ist immer viel los. Diesmal geht es ums Personal.  „Wir sind ein gutes Team, es macht Spaß miteinander zu arbeiten“, sagt er. Zurzeit arbeiten hier 43 Frauen und Männer, sie teilen sich  insgesamt 35 Vollzeitstellen. Doch bei so vielen Mitarbeitern gibt es  auch kurzfristige Ausfälle, zum Beispiel Krankheit. Die lässt sich  meistens nicht vorhersehen, aber wenn sie dann eintritt, muss der  Wäschereileiter Maßnahmen ergreifen. Seit ein paar Tagen fehlen zwei Vorarbeiter. Wenn dann zusätzlich noch jemand krank wird, wird’s  eng. Eventuell fallen Überstunden an, die irgendwann auch wieder abgefeiert werden sollen. Karsten  Schulte greift zum Hörer und telefoniert. Alles muss irgendwie organisiert werden, am Ende gibt’s  eine einvernehmliche personelle Lösung. Jetzt ist Zeit für eine Frühstückspause. Doch die Ruhe währt  nicht lange: Eine Kollegin bittet ihn um Hilfe, denn bei einer Maschine hängt ein Kittel quer und  blockiert den Ablauf; die Produktion droht ins Stocken zu geraten.   „Für einen Wäschereileiter sind handwerklichen Fähigkeiten von  Vorteil“, sagt der 46-Jährige noch zwischen Tür und Angel und ist  dann schon in Richtung Kittelstau verschwunden. Auch hier ist er in  seinem Element. „Ich habe die Arbeit von klein auf gelernt, meine  Eltern hatten eine eigene Wäscherei. Mich haben damals vor allem  die Maschinen fasziniert, das ist auch heute noch so“, erzählt  Schulte, während er den Kittelstau beseitigt und die Maschine  wieder in Fahrt kommt. Seinen Beruf lernte der heutige Wäschereileiter bei dem langjährigen Innungsobermeister Philipp  Lenemann in Herzogenrath bei Aachen, später folgte die Meisterausbildung in Koblenz und Frankfurt.  Nach Schultes Anfangsjahren im elterlichen Betrieb arbeite er unter anderem acht Jahre in Düsseldorf  als Bereichsleiter einer Behindertenwerkstatt mit psychisch kranken Menschen. 2012 gab es die  Gelegenheit zum beruflichen Wechsel ins Uniklinikum nach Aachen. Karsten Schulte griff sofort zu,  um wieder in seiner Heimatstadt zu arbeiten und sich den täglichen Pendelverkehr zu ersparen.  Ein IT-Mitarbeiter möchte mit dem Wäschereileiter  sprechen. Alles ist in der Hightech-Klinik irgendwie  vernetzt: die OP-Säle, die Krankenzimmer, die Büros, alle  Versorgungseinrichtungen und selbstverständlich auch die  Wäscherei. Der Gesundheitssektor ist auf die zunehmend  komplexeren Computersysteme angewiesen und die IT-  Mitarbeiter sind deren selbstbewusste Dompteure. Doch  auch die ITler können nicht walten und schalten wie sie  wollen, sondern brauchen Informationen, Anweisungen  und Feedback von den Menschen, die mit der EDV  arbeiten. Karsten Schulte klärt die offenen Fragen.  Die Klinikwäscherei bearbeitet von montags bis freitags tägliche zehn Tonnen Wäsche. Am  Wochenende wird die Schmutzwäsche nur entsorgt und fachgerecht in einer Sackspeicheranlage mit  250 Speicherplätzen gelagert, um in den folgenden Arbeitstagen in den Produktionskreislauf zu  kommen. Je nach Wäschetyp geht es dann weiter in einer Waschstraße mit 13 Kammern á 50 Kilo  oder in der 160-Kilo-Waschschleudermaschine für Berufsbekleidung.   „In den kommenden Jahren sind mehrere Investitionen  geplant“, berichtet Karsten Schulte, der sich darüber  freut, dass Klinikvorstand und Aufsichtsrat großen  Wert legen auf eine betriebseigene Wäscherei.  Schulte: „Es ist qualitativ besser und günstiger, die  Wäschemenge selbst zu bearbeiten als fremd zu  vergeben. Außerdem können wir schnell und flexibel  auf besondere Anforderungen reagieren. Durch einen  unterirdischen Warentransport gibt es einen ständigen  Austausch zwischen Wäscherei und Klinikum. Wir  kommissionieren direkt für Wäschedepots, einzelnen  Abteilungen und sogar Stationen.“ Die Klinikwäscherei bildet auch selbst aus, zurzeit zwei Textilreiniger-Azubis. Natalie Fechtel war die  erste Auszubildende. Mit 28 Jahren bewarb sie sich bei der Wäscherei auf eine freie Halbtagsstelle.  „Ich habe per Zufall von der Stelle erfahren und dachte mir, das passt zu mir“, berichtet sie. Beim  Bewerbungsgespräch fragte Karsten Schulte, ob sie nicht lieber statt Halbtagsstelle eine  Berufsausbildung zur Textilreinigerin machen wolle. Natalie Fechtel überlegte nicht lange und  stimmte zu. Nach der Ausbildung folgte ihre Fortbildung zur Handwerksmeisterin, die Urkunde nahm sie im  Februar 2017 in Frankfurt in Empfang. „Mir macht die Arbeit hier so viel Spaß, weil jeder Tag anders  ist. Außerdem haben wir ein sehr gutes Team von Kolleginnen und Kollegen“, sagt die 33-Jährige. Als  Textilreiniger-Meisterin ist sie die Stellvertreterin des Wäschereileiters und hilft tatkräftig bei der  Organisation der täglichen Arbeiten. Fechtel: „Das ist genau mein Ding, denn nur ein Bürojob, das  wäre nichts für mich. Hier sieht man, was man am Tag geleistet hat, ist im ständigen Kontakt mit  Menschen und die Arbeit wird gebraucht.“  Nicht nur im Klinikum hat Karsten Schulte fachliche Unterstützung gefunden, sondern auch beim  FWL. „Mit anderen Kollegen in Kontakt zu sein und sich auszutauschen, das finde ich wichtig“, sagt  der Wäschereileiter. Das Angebot und die Möglichkeiten durch den Verband seien hilfreich für die  Betriebsführung. Schulte: „Es ist gut, dass in dem FWL mehrere Mitglieder sind, die ebenfalls im  Öffentlichen Dienst arbeiten.“  Infobox: Uniklinik RWTH Aachen Die Uniklinik RWTH Aachen versorgt zurzeit mit 1.400 Betten rund 48.000 stationäre und 183.000  ambulante Fälle pro Jahr. Die nach eigenen Angaben architektonisch und organisatorisch einzigartige  Bündelung von Krankenversorgung, Forschung und Lehre unter einem Dach ermöglicht einen  intensiven interdisziplinären Austausch und eine enge klinische und wissenschaftliche Vernetzung. Die  Uniklinik RWTH Aachen hat 34 Fachkliniken, 27 Instituten und fünf fachübergreifenden Einheiten.  Insgesamt arbeiten für den sogenannten medizinischen Supramaximalversorger rund 7.000 Frauen und Männer.
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Wäscherei+Reinigungs|praxis
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04-2017

„Wäsche besser selbst bearbeiten“