Presseberichte
Die Mitarbeiterinnen lächeln gerne bei der Arbeit.  Nicht, dass das immer so wäre oder in anderen  Betrieben nie. Aber in der Zentralwäscherei der  Johannes-Diakonie Mosbach fällt es dem Besucher  sofort beim Hereinkommen auf, dass hier ein  besonderes, ein freundliches Betriebsklima in der Luft  liegt. „Wir müssen unsere Leistung bringen und die Aufträge  qualitativ erfüllen, trotzdem ist es im Alltag nicht so  stressig wie in manch anderen Betrieben“, erzählt  Alexandra Ullrich. Sie kam 2010 in den Betrieb als  stellvertretende Wäschereileiterin. 2012 übernahm sie die Leitung und ein Jahr später die  Verantwortung für den gesamten Textilbereich. Die Johannes-Diakonie Mosbach betreut und fördert  Menschen mit geistiger Behinderung sowie psychisch  beeinträchtigte Menschen. Unter anderem gibt es  Wohneinrichtungen, Kliniken und Werkstätten. Als ein  Sozialunternehmen stellt die Johannes-Diakonie  arbeitsmarktnahe Arbeitsplätze zur Verfügung.  Außerdem werden individuell berufliche und  persönliche Kompetenzen gefördert, die weit über die  bloße Beschäftigung hinausgehen. Menschen mit und  ohne Behinderungen sollen nach eigener Darstellung  „gleichberechtigt miteinander leben und voneinander  lernen können.“  Die Zentralwäscherei ist keine „Werkstatt für behinderte Menschen“ (WfbM), sondern ein sogenannter Regiebetrieb innerhalb der Johannes-Diakonie, für den die gleichen Standards gelten wie für  gewerbliche Wäschereien. Hier arbeiten auf 28 Vollzeitstellen zurzeit 43 Frauen und Männer. In das  Mitarbeiterteam integriert sind durchschnittlich zehn bis zwölf Menschen mit geistiger Behinderung  oder psychischen Beeinträchtigungen.   Etwa sechs Tonnen Wäsche pro Tag werden in dem Betrieb  bearbeitet. Insgesamt hat er 2800 Kunden, vor allem  Bewohner und Mitarbeiter der Johannes-Diakonie sowie ein  paar Gastronomiebetriebe aus der Umgebung. Gewaschen  wird in anderthalb Tagesschichten von montags bis freitags.  Das Gros der Arbeit entfällt auf die Bewohnerwäsche, dazu  gehört die kleinteilige Kleidung genauso wie Bett- und  Haushaltstextilien. „Bewohnerwäsche ist die  arbeitsintensivste Form der Wäsche“, sagt Alexandra Ullrich. „Ich habe mir schon oft gewünscht, für das Legen der vielen  Unterhosen eine Maschine zu haben, aber die wurde leider  noch nicht erfunden.“  Als tägliche Herausforderung und zugleich als besonderen Anreiz empfindet die Wäschereileiterin die  Vielfalt an Aufgaben in dem integrativen Betrieb. Hier müssen Technik, Arbeitsprozesse und völlig  unterschiedliche Menschen miteinander harmonieren, um die Produktion zu gewährleisten. Das klappt  - wie in anderen Betrieben auch - nicht immer ohne Probleme und Konflikte, aber man nimmt sich  bewusst mehr Zeit für das menschliche Miteinander. In der Gesellschaft werden Menschen mit  Behinderungen oftmals benachteiligt und erfahren  Ablehnung, weil sie anders sind als die Mehrheit. Doch  es geht auch anders. Alexandra Ullrich: „Wir kennen die  individuellen Schwächen, aber auch die persönlichen  Stärken. Wir setzen die Kollegen dort ein, wo sie etwas  besonders gut machen können.“ Ihrer Aussage nach  gehe es bei dem Organisieren der Arbeitsprozesse auch  darum, dem jeweiligen Menschen mit und ohne  Behinderung positive Erlebnisse zu verschaffen. „Das ist das Besondere an uns, das macht uns aus“, betont sie. Vor drei Jahren beteiligte sich die Zentralwäscherei an dem Gesundheitsförderprojekt einer  Krankenkasse. Beispielsweise gibt es seitdem stufenlos höhenverstellbare Tische an jedem  Arbeitsplatz und Anti-Ermüdungsmatten für die Steharbeitsplätze. Alexandra Ullrich: „Es ist  gelenkschonender auf einem weichen Untergrund zu stehen als auf hartem Boden.“ Außerdem wurde  eine bewegungsfreundliche Tradition initiiert, die noch immer täglich gelebt wird: Wer möchte, kann  sich freiwillig an einer fünfminütigen, angeleiteten Pausengymnastik beteiligen. „Ich mache da  immer mit. Die Gymnastik ist gut für den Körper und für die Seele, denn sie zaubert einem ein  Lächeln ins Gesicht. Entweder weil man über sich selbst oder über die anderen lachen muss“, sagt sie  schmunzelnd.   Die Zentralwäscherei ist zertifiziert nach RAL-GZ  992/1 und 992/2. Der Betrieb bemüht sich um die  Zertifizierung nach RAL-GZ 992/4, was zurzeit durch  die Hohenstein Institute geprüft wird. Alexandra  Ullrich: „Wir sind nicht irgendein Betrieb, sondern wir  sind eine zertifizierte Wäscherei, wir sind eine  professionelle Wäscherei. Das haben wir uns nicht  erkauft und nicht geschenkt bekommen, sondern das  haben wir uns erarbeitet.“  Drei Lastwagen sammeln die Schmutzwäsche von den  unterschiedlichen Standorten ein und bringen sie zur  Zentralwäscherei. Auf der unreinen Seite werden die Textilien gewogen, vorsortiert und dann dem  Waschprozess zugeführt. Auf der reinen Seite werden sie gefinisht und den einzelnen Kunden  zugeordnet. Der Betrieb arbeitet mit etikettierter Wäsche.   Zur Betriebsausstattung gehört unter anderem eine Waschstraße mit neun Kammern á 50 Kilo, zwei  Waschschleudermaschinen (25 und 50 Kilo) sowie Legemaschinen für Flachwäsche und  Oberbekleidung, Finisher, Pressen und eine Mangel. Eine große Investition steht für 2016 auf dem  Programm. Dann soll die 19 Jahre alte Waschstraße  durch eine moderne ausgetauscht werden, die weniger  Ressourcen verbraucht, die Betriebskosten reduziert  und gleichzeitig technische Arbeitsicherheit für die  nächsten Jahre gewährleistet.  Im Fachverband für Wäscherei-,Textil- und  Versorgungsmanagement e.V. (FWL) wirkt Alexandra  Ullrich aktiv mit. „Hier bekomme ich die  Informationen, die für unsere Wäscherei wichtig sind.  Es ist sehr hilfreich, sich mit den Kollegen regelmäßig  auszutauschen.“ Hintergrundinfo bzw. Infobox: Johannes-Diakonie Mosbach Die Johannes-Diakonie ist eine Einrichtung der Behindertenhilfe mit Sitz in Mosbach in Baden-  Württemberg. Sie beschäftigt mehr als 2600 Mitarbeiter an 30 Standorten. Betreut und gefördert  werden mehrere tausend Menschen mit geistiger Behinderung und psychisch beeinträchtigte  Menschen. Die Johannes-Diakonie Mosbach ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und Mitglied  im Diakonischen Werk der Evangelischen Landeskirche in Baden. www.johannes-diakonie.de
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