Im Rahmen der Bundestagung 2005 in Suhl bestand die Möglichkeit der Besichtigung des Textilpflege Betriebes Jöckel in Zella-Mehlis. Viele der Tagungsteilnehmer haben dies Angebot genutzt.

Die Textilpflege Jöckel GmbH ist ein Unternehmen, das sich die Bearbeitung und Pflege von Wäsche zur Aufgabe gemacht hat. Der Stammbetrieb befindet sich seit der Firmengründung in Lauterbach. Seit 1991 gehört ein Betrieb in Zella-Mehlis zum Unternehmen und wird als Zweigniederlassung geführt. Den Weg der Textilpflege Jöckel kennzeichnet konsequentes und unternehmerisches Handeln seit der Gründung im Jahre 1948 bis zum heutigen Tag. Neue Anforderungen und innovative Erkenntnisse der Textilpflege Jöckel sichern stetig das Wachstum des Unternehmens.

Die Eheleute Eugen und Katharina Jöckel bewiesen kurz nach dem Krieg, im Jahr 1948, Mut und Weitblick und gründeten den Stammsitz in Lauterbach. Acht Jahre später, 1956, wurde der Neubau in der Vogelsbergstr. eingeweiht. Im Zuge des Neubaus sind die technischen und technologischen Anlagen auf Hochdruckdampf umgestellt worden. Gleichzeitig tritt der Sohn Karl-Otto in das Unternehmen ein. 1957 verstirbt der Vater und Mitbegründer des Unternehmens und der Sohn Gustav nimmt seine Tätigkeit in der Firma auf. Die Erweiterung der technischen Anlagen und ein Anbau am Kesselhaus erfolgt 1959. Bereits acht Jahre nachdem Neubau wurde mit dem Bau einer neuen Halle begonnen. Die Fertigstellung des Baukörpers erfolgte 1965 und die Technologie wurde um eine Mangel mit Eingabemaschine und Falttechnik erweitert. Als neue Dienstleistung ist zwei Jahre später der Handtuch- und Mattendienst hinzu genommen worden. Anfang der siebziger Jahre eröffneten die Inhaber eine chemische Reinigung in Lauterbach. Ein weiteres Objekt mir Lagerhalle und Büroräumen ist 1976 erworben worden und 1979 begann man mit der Installation der ersten Hauptausrüstungen. Bereits 1977 kam ein EDV-HP-Datenbankcomputersystem zum Einsatz. Dank einer günstigen Geschäftspolitik konnte 1983 der Maschinenpark vergrößert werden und der Einstieg in die Vermarktung des professionellen Mietberufsbekleidungssystem begann. Ein weiterer Meilenstein war 1990 die Kontaktaufnahme zur Textilreinigung Suhl GmbH. Die Übernahme erfolgte 1991 mit der Erweiterung der Handtuchrollenproduktion und des Schmutzfangmattendienstes und 1992 konnte eine Taktwaschanlage mit einer modernen Transporthängebahn am Stadtrand von Suhl installiert werden. Durch territoriale Veränderungen der Stadtgrenze gehörte der Betrieb dann zu Zella-Mehlis. In den folgenden Jahren wurde investiert und modernisiert, so dass 1994 die Verschmelzung der beiden Betriebe zur Textilpflege Jöckel GmbH Lauterbach mit der Zweigniederlassung Zella-Mehlis erfolgen konnte. Der Bereich der Mietberufsbekleidung ist als erstes nach ISO 9001 zertifiziert worden, so dass alle Bereiche dann 2003 nach DIN EN ISO 9001; 2000, die Zertifizierung erhielten. In den dazwischen liegenden Jahren sind beide Betriebe immer wieder modernisiert worden, so dass das Unternehmen heute nach dem neuesten Stand der Technik arbeitet. Heraus zu heben ist die Errichtung und Inbetriebnahme einer Anlage zum Recycling des Produktionswasser in der Wasserkreislaufführung im Jahr 2002. Herr Jens-Uwe Müller, Prokurist und Betriebsleiter, ging bei der Besichtigung der Betriebsstätte durch den Vorstand näher auf diese Anlage ein. Herr Müller sagte, das bei den steigenden Wasserpreisen und den immer knapper werdenden Trinkwasserressourcen sich das Wasserrecycling insbesondere in Wäschereien anbietet. Das angewandte Verfahren umfasst einen mehrstufigen Prozess aus biologischer Reinigungsstufe (SBR-Verfahren) und einer chemischen/physikalischen Nachbehandlung. Im SBR Verfahren werden in einem Bioreaktor die biologischen Abbauprozesse durchgeführt. Dabei lassen sich die organischen Abwasserinhaltsstoffe effizient abbauen und in einem programmierbaren Wechsel von aeroben und anaeroben Phasen sowohl Stickstoff als auch Phosphat weitestgehend eliminieren. In der Recyclingstufe wird das nun gereinigte Abwasser durch Fällung, Sedimentation und Filtrationsschritte aufbereitet. Das dabei entstandene Reinwasser wird mittels UV Bestrahlung behandelt und mittels frequenzgesteuerter Druckerhöhungsstationen bedarfsgerecht den Waschmaschinen erneut zugeführt Herr Müller betonte am Ende der Besichtigung, das sie seit der Inbetriebnahme, 2002, sehr positive Ergebnisse erzielt haben. Es werden täglich ca. 250 Kubikmeter Abwasser behandelt. Zusätzlich werden beachtliche Energiekosten, welche normalerweise zur Erwärmung des Frischwassers benötigt werden durch das wärmere Permeat eingespart.

Besichtigung der Produktionsstätte Zella-Mehlis

Die Anlage zum Recycling des Produktionswasser

Text und Bilder: W. Flügge

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